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Fiona

 

 

 

 

 


Name: Fiona
Rufname: Fiffi (lieb) oder Viiiiieeeeh (böse)
Rasse: "Plüsch" Malinois mit viel Charbonnage (= Schwarzstichelung)
Geburtstag: 23.10.2004
Herkunft: Frankreich
Eingezogen am: 14.10.2007
Gesundheit: HD / ED frei
Stichwort: unglaublicher Spielzeug-Junky, Rennsau; hypernervöses Hibbelding


Das ist also mein heiß ersehnter eigener Hund. :) Seit April 07 plante ich konkret, mir einen Tervueren (andere Varietät des Belgischen Schäferhunds) zuzulegen, wenn ich wegen des Studiums ausziehen würde. Aber wie es nun immer so ist, kam alles anders...
Da ich schon immer einen erwachsenen Hund einem Welpen vorzog, war ich also auch Stammgast auf den Notseiten für Belgische Schäferhunde und auch diversen anderen. Im Oktober geschah es dann, dass ich einen scheinbar passenden Tervueren fand!! So habe ich umgehend bei Lydia angerufen, aber dieser Kandidat war schon vermittelt. Es sollte zwar noch ein Tervuren-Mix in die Vermittlung kommen, allerdings hat mich Lydia von Fiona (damals Laika) so sehr überzeugt, dass ich sie mir unbedingt ansehen wollte. Einen kurzhaarigen Hund wollte ich ja eigentlich nicht und einen durchgeknallten Malinois schon garnicht...! Nundenn, angesehen, verliebt und eingepackt! :D
Und nun liebe ich diese durchgeknallte Nudel.
Sie ist ein absoluter Schmusehund, aber nur bei Familie und engen Freunden.
Fiona kommt aus einem Tierheim im Elsaß und war offensichtlich eine Zuchthündin, die in ihrem Leben anscheinend nichts Alltägliches lernen konnte. Alles, was für vernünftig aufgewachsene Hunde normal ist, überfordert sie: Autolärm, Pferde, Kühe, Menschen, Hunde,...

Bedingt durch die mangelnde Malierfahrung hat sich leider eines Tages ein Problem angebahnt: Autos vertreiben! Eine unschöne Sache, bei der ich zunächst einige Methoden erfolglos versuchte. Irgendwann waren wir dann bei 10m Abstand zu Autos angelangt, bei dem sie schon reagierte, was im normalen Alltag einfach totaler Stress bedeutet. Nachdem sich zeigte, dass sie bei gutem Durchsetzungsvermögen an der Straße stehen kann, ohne zu explodieren (aber unter absolutem Stress), begann ich damit, ihr den Stress mit der "Leckerli-Konditionierung" zu nehmen. Das klappte auch sehr gut und so war ich nach einem Monat wieder bei 1-2m angelangt. Da hörte es aber nun entgültig auf mit den Leckerlis. Ich wollte ja nun auch nicht, dass sie durch das Futter immer aufgedreht ist, sie sollte ja die Autos als selbstverständlich ansehen und ignorieren. Also lud ich mich bei Lydia (s.o.) ein und das war das Beste, was ich hätte tun können. Für das nächste halbe Jahr war erstmal Ruhe in Sachen "Autoskillen". Heute reagiert sie noch bei großem Stress auf Autos und sporadisch auch mal auf sehr laute Gefährte, aber ohne auszuticken. :D

Nach einem Umzug taten sich uns neue Möglichkeiten auf. So konnte uns Tanja Schweda der "Hund mit Mensch Schule" über Monate begleiten und weitere riesen Fortschritte ermöglichen. Weg vom Schemendenken in Bezug auf die Rasse Malinois und Erziehungsmethoden konnte sie uns mit ihrem Einfühlungsvermögen wieder mehr zusammen bringen und mich in meiner Kreativität fördern. Ich musste nochmals einen gehörige Portion Ruhe und Gelassenheit verinnerlichen, was letztendlich auch Fiona ruhiger werden ließ.

Wenn auch die typischen Probleme wie Leinenpöbelei, Hetztrieb und allgemeine Überdrehtheit noch vorhanden waren, so sah man immer wieder, dass sie die Reize länger und auch gelassener "ertragen" konnte. Man sah nach über zwei Jahren endlich Fortschritte und das erleichterte mich ungemein.
Seit dem ich den Beutetrieb soweit im Griff habe, dass sie auch aus der Hatz abrufbar ist, hat sich nochmal einiges zum Besseren gesteigert.
Was im Jahr 2010 toll angefangen hat, konnte ich 2011 fortsetzen. Sie hat sich richtig super gemacht und ich finde es sehr schön, ihr Vertrauen entgegen bringen zu können, sie sehr gut zu kennen und zu merken, dass unsere Bindung extrem eng ist. Die gemeinsame Zeit ist zum Genießen da und nicht um die Nerven zu strapazieren. ;)
Fiona ist und bleibt trotzdem, ein nervlich stark angeknackster Hund mit allerlei erlerntem Manipulationsverhalten und somit eine Lebensaufgabe. Aber ich kann sehr gut damit leben.

In Bezug auf die Beschäftigung (Wird der Hund unterfordert? Ist sie überfordert? Knallt sie durch?) ist es sehr schwierig mit ihr umzugehen. Den Spagat zwischen innerer Ruhe und Auslastung zu finden, bedeutet bei ihr absolutes Fingerspitzengefühl! Mir gelingt es auch nicht immer, aber so gut wie. :)
Durch Fiona konnte ich in wenigen Jahren so viel lernen, wie ich mit "Durchschnittshunden" vermutlich nichtmal in 30 Jahren hätte verinnerlichen können. Man wächst eben mit seinen Aufgaben heißt es doch.

Radfahren gehört zu einer sehr großen Leidenschaft von uns beiden. Ob als Bikejöring-Variante oder einfach im Freilauf - sie ist ein ganz toller Radbegleithund. :) Von Frühjahr bis Winter schwinge ich mich mehrmals die Woche auf den Drahtesel und ziehe los.

Um die Spaziergänge abwechslungsreich zu gestalten, bauen wir Unterordnungsübungen, diverse Tricks, Distanzarbeit und Objektsuchen ein. Die Beißwulst missbrauchen wir zum abgewandelten Dummytraining, um ihren völlig überkonditionierten Beutetrieb unter Kontrolle zu bringen. "Steadyness" bzw. Frusttoleranz ist DAS Schlagwort dieses Sports und damit für uns die Herausforderung!
Auf dem langen Weg der Findung haben wir Flyball, Frisbee und Hobby-Mantrailing betrieben um immer wieder festzustellen, dass viel (unkontrolliert geförderter) Trieb absolut hinderlich ist. Da bei mir der Alltag und ein niedriges Stresslevel Priorität haben, entschied ich mich gegen dieses Beschäftigungsarten.

 

Was sie kann:
Sitz, Platz, Steh, Warte, Hier, Sitz, der ultimative Stopp, Gib, Rechts, Links, Go Ahead, Objekte umrunden (Teich, LKW), Aportieren, Suchen, an das Spieli anschleichen & Anzeigen;

Pfote rechts/links, Pfoten auf etwas stellen, Männchen, Männchen & Winken, Steh und Winken, Rolle, Twist (&Turn), 8 durch die Beine, in die Arme springen, Slalom durch die Beine, Verbeugen, Rückwärtslaufen, zwischen den Beinen vornerum einparken, über ein Bein springen, Gegenstände anstupsen;

Was wir lernen:
"Gelassenheit ist die angenehmste Form des Selbstbewusstseins."
(Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)





Letzte Änderung: Dezember 2011